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Kolumne: So wird das nichts! (Peter Dobcak)

Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Gastronomie, Wirtschaftskammer Wien ©Culinarius

Wir alle freuen uns über die von der Regierung beschlossenen Lockerungsmaßnahmen, die in 2 Schritten umgesetzt werden. Mit 1. Juli erste Lockerungen und ab dem 22. Juli die ganz große Freiheit.

Wien geht einen anderen Weg und nützt das föderale Recht strengerer Maßnahmen im eigenen Bundesland. Getestet werden müssen Kinder ab 6 Jahren und die sogenannten Wohnzimmertests sind daheim, aber auch in der Gastronomie, nicht mehr gestattet. Die verpflichtende Gästeregistrierung bleibt über den 22. Juli hinaus erhalten.

Für die Hotellerie ein schwerer Schlag, denn damit muss ankommenden Gästen, deren Kinder keinen Test haben, das Check-In verweigert werden, bis sie aus der Apotheke um’s Eck oder der nächsten Teststrasse ein gültiges Testzertifikat bringen. Sofern diese Einrichtungen noch offen haben. Was machen Familien, die mitten in der Nacht ankommen? Auf der Straße oder im Auto schlafen?

Die Schausteller, also die Karussellbetreiber und Kollegen sind ratlos, da sich sich alle Kinder vor jeder 2 Minuten Karussellfahrt testen lassen müssten.

Die Eltern sind sauer, denn nun stehen sie mit den Kindern bei brütender Hitze entweder in einer langen Schlange vor den Testeinrichtungen oder sitzen im Auto um nach Niederösterreich oder in das Burgenland auszuweichen.

Wir Gastronomen verlieren Familien mit kleinen Kindern als Gäste, viele Kolleginnen und Kollegen müssen potentielle Gäste ohne 3-G abweisen, da in Wien die Schnelltests im Lokal nicht mehr gestattet sind.

Auch wenn unser Bürgermeister meint, dass mit der Anwendung von „Alles gurgelt“ sämtliche Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, ist der Unmut in der Bevölkerung groß. Sowohl bei den betroffenen Unternehmen als auch, und das vorwiegend, bei Eltern mit kleineren Kindern, die sich nun dieser Routine unterwerfen müssen. Das Verständnis ist enden wollend.

Selbstverständlich haben wir als Interessenvertretung sogleich Lösungsvorschläge erarbeitet und das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Doch wie lautet ein Grundsatz im römischen Recht? „Audiatur et altera pars“ – „Man höre auch die andere Seite“.

Knapp 2 Mio Menschen leben in Wien auf engstem Raum zusammen. Die Inzidenzzahl ist daher deutlich höher als in den anderen Bundesländern. Zu viele Menschen hat man mit der Aufforderung zum Testen bzw. sich impfen zu lassen immer noch nicht erreicht. Die Delta-Variante greift um sich, es werden tausende infizierte Rückkehrer erwartet. Der Wettlauf mit dem Virus über Testen und Impfen ist noch lange nicht zu Ende. Der Bürgermeister will keinesfalls eine weitere große Welle riskieren. Auch der Schaden für die Wirtschaft wäre enorm. Der verlängerte Lockdown im Frühjahr war der Wendepunkt in Wien hin zu einer deutlichen Entspannung der Lage. Die schlimme Erfahrung im letzten Jahr mahnt zur besonderen Vorsicht.

Ein wesentlicher Grund warum die Maßnahmen nicht gelockert werden, ist leider die Tatsache, dass viel zu viele Betriebe die Einhaltung der 3-G-Regel entweder gar nicht oder sehr nachlässig kontrollieren. Mich ruft, neben anderen, eine Kollegin an und berichtet mir von Gästen, die sich bedanken, endlich kontrolliert zu werden, denn in anderen Betrieben ist das nicht der Fall.

Wenn ich höre, dass nicht einmal unser eigener Bürgermeister bei einem Lokalbesuch mit Freunden nach 3-G gefragt wird oder sich registrieren muss, dann werden wir als Interessenvertreter mit unseren Vorschlägen völlig unglaubwürdig. Kein verantwortungsvoller Bürgermeister würde nur irgendeiner Lockerung zustimmen.

Die Dummen sind wie so oft jene Gastronomen, die sich brav an die Vorgaben halten. Diese werden durch die Fahrlässigkeit der Kollegenschaft mitbestraft und wirtschaftlich geschädigt.

Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.

Es muss uns, bei allen Unannehmlichkeiten, klar sein: Corona wird nicht so schnell verschwinden und die 3-G-Regel wird uns bleiben. Bitte helfen wir alle zusammen um durch gemeinsame Disziplin eine Lockerung der ein oder anderen Auflage zu erreichen, aber vor allem eine weitere Welle im Herbst so klein wie möglich zu halten um uns auch wirtschaftlich abzusichern.

Nochmals vielen Dank an jene Betriebe, die sich an die Vorgaben halten und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lage leisten.

Betriebe, die sich dafür entscheiden weiterhin gar nicht oder sehr nachlässig zu kontrollieren, stehen über kurz oder lang Strafen ins Haus, die sehr schmerzhaft werden.

Euer
Peter Dobcak

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