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Kolumne: Kein Grund für Triumphgeheul (Peter Dobcak)

Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Gastronomie, Wirtschaftskammer Wien ©Culinarius

Nun ist es tatsächlich entschieden. Mit seiner Entscheidung, ab dem 19. Mai 2021, neben Sport, Kultur und Hotels, auch die Gastronomie innen und aussen öffnen zu wollen, hat Bürgermeister Ludwig Freund und Feind überrascht.

Seit dem Inkrafttreten der Osterruhe, vorerst in Absprache und im Gleichschritt mit den benachbarten Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, als konsequenter „Lockdowner“ bekannt, bestätigen die nun endlich stark fallenden Corona-Kennzahlen die Entscheidung des Herrn Bürgermeisters deutlich. Seine Skepsis gegenüber einer zu raschen Öffnung aller Einrichtungen klar betonend, hat in den letzten Tagen wohl niemand mehr mit einer kompletten Öffnung der Gastronomie in Wien gerechnet.

Auf der anderen Seite die der Verzweiflung nahe Wirtschaft, die schon längst eine Öffnung fordert. Und dies aus gutem Grund: die Arbeitslosigkeit geht durch die Decke, die Mitarbeiter beginnen ihre angestammten Branchen zu verlassen, die finanzielle Unterstützung der Unternehmen seitens der Regierung reicht bei vielen nicht mehr. Und der simple Wunsch einfach wieder arbeiten zu wollen, nicht mehr von diversen Unterstützungen abhängig zu sein. Eine Frage der Selbstachtung als Unternehmer oder Unternehmerin.

Dazwischen wir, als Branchenvertreter, mit unseren Forderungen eingeklemmt zwischen kürzlich noch hohen Covid-Zahlen und verständlich frustrierten Mitgliedern. Gescholten von der Politik, wenn die Forderungen überzogen schienen, oft beschimpft von den Mitgliedern, warum wir es noch immer nicht schaffen, den Lockdown zu beenden. Trotz dieser Kritik haben wir unsere Argumente sachlich, aber unermüdlich vorgetragen. Angesichts der positiven Wirkung der vielen Wochen Osterruhe, gewannen unsere Argument immer mehr an Gewicht. Man konnte sie mit dem Argument des möglichen Kollapses des Gesundheitssystems nicht mehr einfach vom Tisch wischen. Doch am Ende entscheidend war wohl die komplette Öffnung der Gastronomie in Niederösterreich und dem Burgenland mit dem zu erwartenden „Gästetourismus“ aus Wien.

All dies zusammen hat Bürgermeister Ludwig mit seinen Experten wohl bewogen das verbleibende Risiko steigender Zahlen in Kauf zu nehmen und die Gastronomie sowohl innen als auch aussen öffnen zu lassen.

Das ist auch ein Erfolg der Interessenvertretung, aber keinesfalls ein Grund sich auf die Brust zu klopfen und in Triumphgeheul auszubrechen, im Gegenteil! Es ist ein Vertrauensvorschuss in die geplanten Covid-Maßnahmen, aber besonders in die Vernunft der Gastronomen und deren Gäste. Jeder einzelne von uns, ist aufgefordert sich an alle Vorgaben zu halten und so gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Zahlen weiter sinken. Ein weiterer Lockdown muss verhindert werden!

Ich persönlich danke Herrn Bürgermeister Ludwig für die Möglichkeit zu beweisen, dass die Gastronomie, wie so oft betont, ein verlässlicher Partner im Kampf gegen die Pandemie ist.

Euer

Peter Dobcak

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