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Alexander Leitner: Wir dürfen den Biss jetzt nicht verlieren!

Der neue Inhaber und Betreiber Alexander Leitner hat das Gösser Bräu 1160 mitten in der Corona-Pandemie übernommen ©Alexander Leitner / Gösser Bräu 1160

Der erfolgreiche Unternehmer und Gastronom Alexander Leitner ging das Wagnis ein, mitten in der Corona-Krise ein Lokal zu übernehmen. Im Gastro News Interview spricht er über die Herausforderungen und Erfolge mit dem Wiener Gösser Bräu 1160.

Gastro News: Über welche Wege oder Umwege hat es Sie zum bekannten Gösser Bräu in Wien Ottakring geführt, das sie mittlerweile seit Oktober 2020 als Inhaber betreiben?
Leitner: Meine Laufbahn in der Gastronomie hat natürlich lang vor dem Gösser Bräu 1160 seinen Anfang genommen. Unter anderem war ich 12 Jahre lang Gastronomieleiter in einem großen Unternehmen in Österreich. Den Concord Card Casinos mit über 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dort war ich für die gastronomischen Geschicke verantwortlich.

Gastro News: Die Concord Card Casinos sind mittlerweile geschlossen. Wie haben Sie darauf reagiert?
Leitner: Das Poker-Spielen in Österreich wurde verboten und so kam es wie es kommen musste. Das Unternehmen wurde im März 2020 geschlossen. Das war natürlich hart für die über 700 Mitarbeiter/innen. Ich habe mich aber nicht unterkriegen lassen und beschlossen, neue Pläne und Ziele in die Tat umzusetzen. Das hat nicht lange auf sich warten lassen. Noch im selben Monat wurde ich von der Brauunion Österreich darüber informiert, dass ich das Gösser Bräu 1160 übernehmen könne.

Gastro News: Ist Ihnen die Entscheidung leicht gefallen, Ihre gastronomische Zukunft in Wien Ottakring weiterzuführen?
Leitner: Das ist nicht so leicht zu beantworten. Denn eigentlich habe ich zu diesem Zeitpunkt ganz andere Pläne verfolgt. Ich war an einem Projekt in Klosterneuburg interessiert. Abgelehnt habe ich aber nicht, sondern zugestimmt, mir den Betrieb einmal anzuschauen. Gesagt, getan. Im Mai habe ich mich dann für das Projekt entschieden und Nägel mit Köpfen gemacht.

Gastro News: Die endgültige Entscheidung haben Sie demnach nach Bekanntwerden des Corona Virus getroffen?
Leitner: Ganz genau. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber noch keiner ahnen, wie dramatisch die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie wirklich sein wird. Rückblickend betrachtet, war der Beschluss natürlich nicht ungefährlich und zu einem gewissen Grad auch halsbrecherisch. Aber ich war optimistisch und wollte unbedingt ein neues Projekt angehen. Da kam mir das Gösser Bräu 1160 natürlich sehr gelegen. In den darauf folgenden Sommermonaten, habe ich an der Übernahme gearbeitet und einen geordneten Besitzerwechsel vorbereitet.

Gastro News: Wann haben Sie den Betrieb übernommen und wie ging das Team damit um?
Leitner: Ich habe das Gösser Bräu 1160 im Oktober 2020 als neuer Besitzer übernommen und schon kurz darauf, am 07. des Monats, Eröffnung gefeiert. Das Feedback der Gäste war gigantisch. Darüber hat sich mein gesamtes Team, inklusive mir, natürlich sehr gefreut. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mich mit meinem Team überaus glücklich schätzen darf. Alle arbeiten sehr fleißig, sind hoch motiviert und bringen die nötige Leidenschaft mit, die es braucht um dem Gast das Erlebnis Gösser Bräu 1160 zu vermitteln. Zumindest solange wir geöffnet haben, vor der verordneten Schließung durch die Bundesregierung.

Gastro News: Sie haben auch intern umstrukturiert und Frau Sandra Einwögerer zur neuen Geschäftsführerin des Gösser Bräu 1160 gemacht. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Leitner: Ich finde es ungemein wichtig, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und Chancen aufzuzeigen, die dann auch genutzt werden. So war es auch bei der Wahl meiner neuen Geschäftsführerin, die außerdem schon lange eine gute Freundin der Familie ist. Ein Mensch, auf den ich mich in der Arbeit und darüber hinaus verlassen kann. Das tut natürlich auch dem Betrieb gut. Sie erfüllt ihre neue Aufgabe mit Bravour. Außerdem habe ich andere Projekte in der Pipeline, die Zeit und Aufmerksamkeit von mir verlangen. Darüber ist es aus heutiger Sicht aber noch zu früh, um Konkretes bekannt zu geben.

Gastro News: Gibt es Projekte neben dem Gösser Bräu 1160, an denen Sie während der Corona-Pandemie arbeiten, über die Sie uns schon jetzt Auskunft geben können?
Leitner: Aber natürlich. Eines meiner absoluten Herzensprojekte ist die Arbeit mit dem Europahaus Des Kindes in Ottakring. Wir versorgen den Betrieb laufend mit Essen und mehr. Spenden wie Kleidung, Bücher oder Spielsachen organisieren wir und geben dort ab. Das machen wir mittlerweile seit Dezember 2020. Wir haben das nicht als klassische Charity-Aktion vor Weihnachten geplant, sondern als langfristiges Projekt.
Außerdem betreiben wir seit Kurzem das Buffet und die Kantine in der HTL Wien West. Langweilig ist uns jedenfalls nicht. Es ist ungemein wichtig, den Biss auch in der Krise nicht zu verlieren.

Gastro News: Sie haben den Betrieb im Oktober 2020 übernommen. Haben Sie die finanziellen Unterstützungen des Staates schon bekommen, um das Projekt Gösser Bräu weiter nach vorne zu bringen und auch in der Krise am Leben zu erhalten?
Leitner: Was ich Ihnen jetzt sage, ist unglaublich: Wir haben vom Staat 2.300 Euro erhalten. Mehr steht uns angeblich nicht zu, da wir den Betrieb erst seit Oktober führen. Das kann ich so aber nicht hinnehmen. Natürlich war ich mittlerweile mit einigen verantwortlichen Stellen in Kontakt und um eine Lösung des Problems bemüht. Man darf bitte bei all der Bürokratie eines nicht vergessen: Das Gösser Bräu 1160 ist kein Gastro-Start Up, kein Versuchslokal. Es handelt sich um einen Betrieb, der seit Jahren gut läuft. Ich habe ja gewusst, was ich übernehme. Ich habe Umsatzzahlen vorgelegt bekommen, um einen Richtwert für die Monate November und Dezember zu haben. Die ersten drei Wochen haben dann deutlich gemacht, dass die Prognose sogar überschritten werden wird. Das Gösser Bräu 1160, als ehrlicher österreichischer Betrieb, bleibt auf der Strecke, während Franchise Anbieter aus Amerika wie McDonalds gefördert werden, obwohl die Umsätze seit der Krise durch den Lieferservice sogar gestiegen sind. Für uns geht es hier ums Überleben.

Gastro News: Apropos Überleben. Seit 15.Ferbuar ist bekannt, dass die Gastronomie bis frühestens Ostern geschlossen bleiben wird. Ein Schock, oder haben sie damit gerechnet, dass die Lokale im März geschlossen bleiben?
Leitner: Natürlich habe ich damit gerechnet, dass wir auch nach dem 01. März geschlossen bleiben müssen. Für mich ist der Entschluss der Bundesregierung daher keine Überraschung. Müsste ich einen Tipp abgeben, würde ich auf den 12. April setzten. Ich denke, das ist eine ganz realistische Einschätzung über einen Termin der Wiedereröffnung der heimischen Gastronomie. Und damit bin ich bekanntlich nicht der Einzige.

Gastro News: Zum Schluss noch eine Frage für alle Freundinnen und Freunde des Betriebs. Worauf dürfen sich die Gäste denn freuen, wenn ein Besuch im Lokal wieder möglich ist?
Leitner: Kurz bevor wir lockdownbedingt schließen mussten, haben wir an einem tollen Konzept gearbeitet, das wir nach der Öffnung der Gastronomie wieder in Gang bringen wollen. Dabei handelt es sich um den sogenannten Table-Brunch. Dieser besteht aus verschiedenen Vorspeisen, zwei Suppen, fünf Hauptspeisen und drei Desserts. Die Gäste können alle Gerichte beliebig oft bestellen und bekommen diese als Mini-Portion serviert. Dazu gibt es, falls möglich, eine musikalische Begleitung im Lokal. Wir waren beim ersten Table-Brunch im Oktober ausreserviert und das Feedback der Gäste hat uns umgehauen. Darauf freuen wir uns schon wieder. Im Moment arbeiten wir aber nicht an der Zeit nach Corona, sondern daran, die Zeit bis dahin bestmöglich zu nutzen.

Gastro News: Danke für das Gespräch.

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