Illegale Treffen im Lockdown: Gastronomen decken auf!

Gastronomen berichten über Zustellungen im Lockdown für bis zu 15 Personen. Geliefert wird in Garagen und private Haushalte. Ein Problem, vor allem im harten Lockdown. Das weiß auch Mario Pulker, Spartenobmann der Gastronomie.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Denn immer wichtiger wird die Frage, wie die bevorstehenden Wochen für die heimische Gastronomie aussehen werden. Im oder nach dem Lockdown. Noch besteht der Termin zur Wiedereröffnung am 24. Jänner 2021. Ob sich das Geschäft dann rentiert, bleibt aber ungewiss. Aktuell lebt die Branche vom Lieferdienst und Take Away Angebot. „Uns wurde ganz klar kommuniziert, dass die Ausgangsperre bis 20:00 Uhr, auch mit Öffnung der Gastronomie bestehen bleibt. Das bringt natürlich große Probleme mit sich. Für viele Betriebe ist ein Aufsperren ohne Abendgeschäft betriebswirtschaftlich unmöglich. Und ich spreche hier von der Speisegastronomie, nicht von einer Tankstelle die Bier und Brötchen über den Tresen verkauft“, so Mario Pulker, Spartenobmann der Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich.
Auch das Tagesgeschäft hat mit Problemen zu kämpfen. Die Umstellung der Arbeit in die privaten Haushalte sorgt für einen massiven Gästeschwund in den Betrieben und Kantinen. Diese würden auch nach einer erneuten Öffnung der Gastronomie weitgehend ausbleiben. „Das Thema ist kompliziert. Die Branche ist einfach zu unterschiedlich um eine ganzheitliche Lösung zu präsentieren, mit der restlos Alle einverstanden sind. Daher ist es auch für uns als Interessenvertreter unheimlich schwer eine Meinung zu finden“, so Pulker weiter.

Die Bevölkerung macht nicht mehr mit

Die nächsten Entscheidungen der Bundesregierung werden bereits mit Spannung erwartet. „Wir diskutieren seit Tagen darüber, welcher Weg jetzt der vernünftigste wäre. Viele Gastronomen wünschen sich, so schnell es geht wieder aufsperren zu können. Andere wollen warten, um dann ohne Beschränkungen voll aufsperren zu können. Garantie gibt es aber keine“, so der Spartenobmann. Der Unmut in der Bevölkerung wächst und eine gewisse Corona-Müdigkeit ist längst spürbar. Mit der zunehmenden Dauer der Beschränkungen wächst auch die Gleichgültigkeit.
„Teile der Bevölkerung machen einfach nicht mehr mit. Ich höre vermehrt von Kollegen, dass in private Haushalte aber auch in Garagen, Lieferungen für sechs, manchmal aber auch für 15 Personen zugestellt werden. Das ist ein Problem“, sagt Pulker. Derartige private Treffen sind im Moment weder erlaubt noch vernünftig. Um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen liegt es an jedem Einzelnen sich an die vorgeschriebenen Maßnahmen zu halten. Dann kann auch die Gastronomie wieder öffnen.

Fixkostenzuschuss II wird nicht reichen

„Grundsätzlich wird in der Branche eine Öffnung der Betriebe bevorzugt. Es geht dabei immerhin auch um die Mitarbeiter, die schon verdammt lange daheim sind. Die Menschen wollen wieder arbeiten, wieder beschäftigt sein und einen geregelten Arbeitsablauf haben. Viele der Angestellten sind bereits in andere Branchen abgewandert. Es gibt ein unheimlich breites Spektrum an Problemen das es zu bedenken und zu lösen gilt“, so Pulker. Eines davon ist die finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung. Nach aktuellem Stand wird es für die Gastronominnen und Gastronomen keinen Umsatzersatz für den Jänner 2021 geben. „Momentan gibt es nur den Fixkostenzuschuss II. Sollte die Schließung der Gastronomie erneut verlängert werden, muss natürlich an finanziellen Lösungen gearbeitet werden die über den Fixkostenzuschuss II hinausgehen. Zudem sind teilweise Zahlungen für den November und Dezember noch ausständig. Gerade bei Umwidmungen ist es vermehrt zu Verzögerungen gekommen“, erklärt Pulker. Aber die Zusammenarbeit mit der Regierung funktioniert. „Unsere Stimme als Interessenvertreter wird gehört und in den Entscheidungsprozessen berücksichtigt. Das freut uns natürlich, so Pulker abschließend.

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Dominik Köhler

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