08. August 2020
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Die Familie Querfeld: Vom Café Landtmann zum Pop-Up Bierlokal

Berndt Querfeld im Exklusivinterview im Café Landtmann Berndt Querfeld im Exklusivinterview mit Gastro News © Culinarius

Vor 32 Jahren perfektionierte Berndt Querfeld gemeinsam mit seinen Eltern den „Landtmann Stil“. In den folgenden Jahren übernahm die Familie weitere Cafés in der Tradition des Wiener Kaffeehauses. Jetzt kommt ein weiterer Standort zu der Querfeld-„Dynastie“ hinzu, mit einem ganz anderen Flair als die bisherigen Cafés. Im Gespräch mit Gastro News, verrät Berndt Querfeld, welche Neuerungen und Kooperationen geplant sind und welche Möglichkeiten sich durch die Krise ergeben haben.

 

Wie erleben Sie die derzeitige Situation mit Beschränkungen, Ängsten und Unsicherheiten für die Gastronomie?

Berndt Querfeld: Es ist tatsächlich eine sehr interessante Zeit, vergleichbar mit den 30er-Jahren, wo aufgrund von der Wirtschaftskrise und dem Zerfall der Monarchie große Unsicherheit geherrscht hat. Jetzt tut sich etwas Ähnliches auf und es ist eine Zeit des Umdenkens. Denn Unternehmen, die bisher keine Notwendigkeit gesehen haben über Kooperationen nachzudenken, zeigen jetzt Interesse daran. Vor allem Kulturschaffende, die derzeit keine Präsentationsmöglichkeiten haben. Darüber haben wir uns dann Gedanken gemacht, wie wir Gastronomie und Kunst verbinden können.

 

Wie sieht so eine Verbindung von Kunst und Gastronomie aus?

Wir haben zum Beispiel versucht, die Terrassen abends durch Musik zu beleben, doch da waren wir wohl etwas zu ambitioniert. Denn wenn keine Gäste in der Stadt sind, dann sind eben keine Gäste da, die wir unterhalten können. So attraktiv kann man gar nicht sein, um den Unwillen des Wetters, mangelnden Tourismus oder die Ideen anderer zu übertreffen. Wir wollen ein junges Programm mit MusikerInnen und KünstlerInnen anbieten. Wenn das im inneren Bezirk nicht funktioniert, müssen wir uns eben etwas anderes überlegen.

 

Zum Beispiel?

Ende Juni haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen innerhalb von zwei Wochen ein neues Lokal in der Donaustadt aufzusperren. Wir haben das Gefühl, dass die Leute nicht ins Zentrum fahren wollen und lieber nicht weit von der Haustüre ausgehen und draußen sitzen wollen. Daher haben wir den großen Gastgarten des ehemaligen Bierlokals Napoleon gemietet, es „Napoleon Pop-Up“ genannt und umgestaltet. Die Küche dort ist sehr desolat, daher haben wir uns gedacht, wir kooperieren mit Food Trucks. Das hat wunderbar geklappt, da ja auch diese Szene derzeit wenige Aufträge hat. Um den Biergarten aufzuwerten, haben wir uns auch mit Graffiti-KünstlerInnen in Kontakt gesetzt. Sie haben die unschönen Flecken künstlerisch ausgestaltet und jetzt ist der Biergarten wie ein kleiner Rathausplatz mitten in Kagran. Mit Live-Auftritten bieten wir den Gästen auch noch musikalische Untermalung.

 

Wie passt das Napoleon Pop-Up zum „Landtmann Stil“?

Das Napoleon ist wie ein Stock, auf den wir uns stützen können. Die Gäste im Landtmann sind ganz andere als die Gäste im Napoleon. Es macht einfach sehr viel Spaß, auch diese Seite zu kennen und Ideen umzusetzen, die wir bisher so nicht hatten. Jetzt ist die Zeit etwas Neues auszuprobieren und gerade jetzt tun sich viele Möglichkeiten auf. Ob wir die Schlüssel für das Napoleon Ende September wieder zurückgeben, steht noch nicht fest. Das wird sich noch zeigen.

 

Was ist für die anderen Cafés geplant?

Vor Kurzem haben wir etwas Neues für das Café Museum am Karlsplatz beschlossen. Das hatte bisher noch zu, denn das Problem ist, dass es viel zu groß ist und wir den Platz aufteilen müssen. Also haben wir uns mit Ernst Hilger von der Galerie Hilger getroffen, ein sehr erfahrener Mann am Markt, der auch eine Reihe von Künstlerinnen kennt. Sie werden im Café ihre Kunst ausstellen und es werden auch Möbel aufgestellt, die gekauft werden können. Ab 1. August können Gäste dann in unsere Café-Galerie kommen. Pflanzen vermitteln zusätzlich eine Art „Wiener Wald“ mitten in der Stadt. Wir müssen das Café einfach wieder öffnen, denn es weiter geschlossen zu lassen, würde auf Dauer nichts bringen, daher wird es in ein Café umgewandelt, in der Kunst auf die Kaffeehauskultur trifft.

 

Warum genau Kunst in einem Café?

Kaffeehäuser waren schon immer ein Ort der Kommunikation und Innovation. Die Kooperation mit Kunstschaffenden belebt das Café Museum wieder und bringt es zurück zu früher, als das Café ein Ort für Künstlertreffen war. Vielleicht schafft man dadurch langfristige Kooperationen, um die Kunst wieder ins Kaffeehaus zu bringen. Weil wir merken schon, dass es einen großen Kommunikationsbedarf gibt. Die Innovationskraft eines Traditionshauses muss man daher einfach nutzen. Wir wollen einen Ort schaffen, wo sich Leute gerne treffen. Manche Dinge ändern sich halt und da muss man mitleben und nicht stehen bleiben. Es sollte einen konstanten Blick nach vorne geben und das versuche ich umzusetzen.

 

Welche Erkenntnisse ziehen Sie noch aus der Zwangspause?

Dass man manchmal einfach die Blickrichtung wechseln muss, denn jetzt geht es darum, das alles durchzustehen. Ich bin froh, dass wir wieder öffnen konnten, denn eigentlich hat mich die Zwangspause kaum inspiriert. Erst jetzt ergeben sich wieder einige Dinge, die mir viel Freude bereiten.

 

Familie Querfeld

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