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Der Star-Köche bester Freund

Lohberger-GF Reinhard Hanusch (3. v. li) auf der Alles für den Gast 2019 in Salzburg © Kolarik Andreas 11.11.2019

Amador, Trettl, Süsser, Mälzer. Reinhard Hanusch kennt sie alle. Der Lohberger-Geschäftsführer ist der beste Freund der Köche. „Wir verkaufen keine Küchen sondern Verfügbarkeit“, sagt Hanusch. Seine kleine Tochter isst Schnecken-Risotto und Jakobsmuscheln. Ein Gespräch über Business & Kulinarik. 

Wir sind mit Reinhard Hanusch in Huths Mama und der Bulle verabredet. Ihn zu treffen ist gar nicht so einfach, denn er ist ständig auf Achse. Messen, Kundenbesuche, Abendtermine. Gestern war er in Tirol, heute Abend muss – nein möchte! – er zu Amador. „Man muss präsent sein“, sagt Hanusch, der individuelle Küchen direkt mit den Köchen entwirft. Eine zeitintensive Tätigkeit, in der viele Kunden zu Freunden werden. Auch Robert Huth ist längst zum Freund geworden. Lohberger setzt mit 310 Mitarbeitern in den 2 Sparten Holzherde und Küchen über 50 Millionen Euro pro Jahr um. Die Firma besteht seit anno 1925.

Gastro News Wien: Herr Hanusch, wie kommen sie eigentlich zu Lohberger?

Ich bin gelernter Maschinenbauer und hab bei Palfinger gearbeitet. Dann bin ich zu Lohberger als Betriebs- und Produktionsleiter. Vier Tage vor einer Messe ist der Vertriebsleiter plötzlich krank geworden. Ich sprang für ihn ein und mache diesen Job im Prinzip heute noch (lacht; Anm: Hanusch ist Geschäftsführer).

Wo sind ihre wichtigsten Märkte?

In der D-A-CH-Region. In den letzten 8 Jahren haben wir, nur mit Küchen, unseren Umsatz vervierfacht. Für mich ist es wichtig, eine langfristige Strategie zu haben. In einer Firma sind zwei Dinge massgeblich. Klare Strategie und Umsetzung.

Es läuft also gut. Viele Köche sind ja TV-Stars mit aufwändigen eigenen Shows. Wie wichtig ist TV für Lohberger als Marke? 

Gar nicht so wichtig. Denn die Marke entwickelt man mit Persönlichkeiten. Normales Business bei uns sind ja Gastwirtschaft und normale Gastronomie. Jeder Koch und Gastronom für sich ist ein anderer Typ, auf den man auch wirklich eingehen muss. Man muss auch bereit sein, breite Wege zu gehen. Man muss präsent sein! Wir verkaufen nicht nur Küchern sonder Verfügbarkeit. Als Roberts Grill einmal ausgefallen war, hatte er am nächstem Tag 3 Ersatzgeräte. Um 3 Uhr Früh!

Normale Gastronomie mag das Basisgeschäft sein, mit Stars wie Roland Trettl haben sie aber sogar eine eigene Küche entwickelt…

Das stimmt. Wir haben einfach begonnen zu spinnen. Heraus kam der exklusive Herdblock T1. Roland, mit dem ich auch seit Jahren befreundet bin, hat nachdem er vom Hangar 7 weg ging, den Drang ghabt, selbst Handwerk zu machen, etwas zu gestalten.

Leider streng geheim: Lohberger Geschäftsführer Reinhard Hanusch zeigt einen neuen Küchenentwurf. @ J. G

Kochen ist ja auch ein Handwerk, oder?

Natürlich. Roland hat dann Schuhe gemacht. Schöne. Es gibt auch viele Küchen, aber nicht viele schöne Küchen. Wir haben Bronze verwendet, eine verstellbare Rückwand gebaut und auch sonst einige kompromisslose Features eingebaut. Erstmals wird unsere Lohberger Profitechnik für den privaten Bereich nutzbar gemacht, was uns viel Aufmerksamkeit gebracht hat. Den ersten T1 hat dann gleich der Tim Mälzer gekauft.

Wie funktioniert eigentlich eine Küchen-Planung? 

Mein Motto: Erzählen sie ihre Geschichte dann planen wir ihre Küche. Kurz erklärt: Jede Küche besteht aus den Bereichen Lagerung, Vorbereitung, Produktion, Ausgabe und Rücklauf. Diese Bereiche müssen in einem Workflow abgestimmt sein. Nur so kann eine Küchenmannschaft optimal arbeiten. Und das Ergebnis haben wir dann auf dem Teller (lächelt).

Apropos Planung. In welcher Küche kochen Sie?

Die kommt erst, denn ich bin umgezogen! Heute bin ich aber – das war nicht immer so – ein absoluter Kochfreak. Ich hab auch das Glück, dass meine Familie voll mitgeht. Qualität ist uns extrem wichtig. Aber man muss auch alles ausprobieren, find ich. Meine 9 jährige Tochter isst fast alles – vom Schneckenrisotto bis zu Jakobsmuscheln.

Auch wir bekommen langsam Hunger. Robert und Gabi Huth kommen an unseren Tisch. Ein gemütliches Essen ist geplant. Zeit für eine Abschlussfrage. 

Das klingt nach einem erfüllten Leben?

Ja, ich habe, ohne es sofort zu merken, meinen Lieblingsberuf gefunden. Ich habe ständig den Drang, das Unternehmen weiter zu entwickeln und bin ein Fan von Netzwerken und strategischen Allianzen. Außerdem arbeite ich gerne mit Menschen. Und gut essen und trinken ist meine Passion (nimmt einen Schluck Rotwein und studiert die Speisekarte).

Herr Hanusch, danke für das anregende Gespräch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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