09. Dezember 2019
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Food Trend: Veganismus als neuer Lebensstil?

© IStock

(Zukunftsreport 2020, Red.) Veganismus hat sich vom Food Trend zum kompletten Lebensstil entwickelt. Es geht dabei nicht mehr um Ernährung alleine, sondern um eine humane Transformation. Unsere Mensch-Tier Beziehung steht zur Diskussion. Großkonzerne investieren bereits massiv in die Entwicklung pflanzlicher Proteinquellen. 

War Veganismus noch vor einigen Jahren den meisten Menschen fremd und vor allem religiösen Sekten (Siebenter-Tags-Adventisten), Untergrundgruppierungen (investigatives Filmen in Ställen) oder Tierethikern vorbehalten, dringt der Begriff „vegan“ zunehmend vor in das Herz der Gesellschafts-debatte. Immer mehr Alltagsprodukte tragen ein Vegan-Label, Gerichte urteilen über die Bezeichnung für pflanzliche Ersatzprodukte wie Milch oder Käse, Fast-Food- Ketten und Discounter haben längst Beyond-Meat-Produkte oder ihre Replikate im Sortiment. Großkonzerne investieren global in die Entwicklung von pflanzlichen Proteinquellen und einer kostengünstigen Herstellung von im Labor gezüchtetem Fleisch und Fisch.

Die Werte 

Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass Veganer mehr Mitgefühl haben. In Umfragen zu Tierversuchen gibt es seit 2012 eine zunehmende Skepsis aufseiten der Bevölkerung. Akzeptanz gibt es eher dann, wenn die Tierversuche medizinischer Forschung dienen, für die es derzeit keine Alter- nativen gibt. Große Hoffnung wird dabei in Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen gesetzt, die Tierversuche überflüssig machen könnten. So hat das Team des Toxikologen Dr. Thomas Hartung an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health einen Algorithmus entwickelt, der im Erkennen toxischer Substanzen Tierversuchen überlegen ist. In diesem Kontext findet eine sekundäre Auseinandersetzung mit dem Thema des Veganismus statt.

Die Wissenschaft

An den Universitäten hat sich mit Human-Animal Studies oder Anthrozoology ein relativ junges interdisziplinäres Forschungsfeld etabliert, das die Beziehung zwischen Tier und Mensch ins Zentrum stellt. Ein Teilaspekt ist der sogenannte Speziesismus – die Frage nach der Diskriminierung und Ausbeutung von Geschöpfen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit und einer angenommenen Vorherrschaft des Menschen.Noch vor Kurzem war es undenkbar, Fischen Schmerz- empfinden zuzusprechen oder Ziegen Empathie – heute kehrt sich das zunehmend um. Pop-Philosoph Richard David Precht öffnete mit seinem Buch „Tiere denken“ einen ethischen Diskurs jenseits eines Richtig und Falsch für Veganer wie Nicht-Veganer Und im September 2019 sprach ein argentinisches Gericht einer Orang-Utan-Dame als erster nicht-menschlicher Person menschliche Rechte zu.

Post-Humanismus

Die Entwicklung des Veganismus speist sich aus verschiedenen Quellen. Neben lebensstilistischen Aspekten, die etwa Gesundheit und Klima betreffen, geht es dabei auch um eine völlig neue Beurteilung dessen, was menschliches Leben in Bezug zu anderen Wesen bedeutet. Je mehr Exoplaneten entdeckt werden, umso mehr rücken die Science- Fiction und ihre Ansätze im Umgang mit nicht-menschlichen Wesen in den realen Alltag hinein.

Staatsbürgerschaft für Roboter 

Hinzu kommt eine neue ethische Diskussion über Künstliche Intelligenz und ihren Status. Medienwirksam verlieh Saudi-Arabien dem humanoiden Roboter „Sarah“ bereits die Staatsbürgerschaft. Ob Tier, extraterrestrische Lebewesen oder KI – das anthropozentrische Weltbild (Mensch im Mittelpunkt) fällt zunehmend in sich zusammen. Und die Frage, was nach dem Zeitalter des Humanismus kommt, wir zunehmend lauter.

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