15. November 2019
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Folgen des Rauchverbots nicht schönreden!

Peter Dobcak, Fachgruppen-Obmann WKO Fachgruppe Gastronomie. © Sophisticated_Pictures

Ab 1. November gilt das Rauchverbot – daran gibt es nichts mehr zu rütteln. An unfairen Bedingungen zu rütteln und im besten Fall die Politik wachzurütteln, das sehe ich jedoch als meine Aufgabe als Obmann der Gastronomie.

Fangen wir doch mal an bei der „Aktion scharf“, zu der Wien blasen wird. Zumindest wurde das angekündigt und ich nehme dies als Drohung durchaus ernst. Sprich: rigorose Kontrollen und finanzielle Abstrafung der Wirte – von 800 bis 10.000 Euro – beim Vergehen, das Rauchverbot nicht einzuhalten. Bei allen wirtschaftlichen Einbußen, die durch das Raucherbot zu erwarten sind, frage ich mich ernsthaft – muss das auch noch sein?

Gestraft sind die Wirte nämlich schon genug. Erst hieß es, richtet einen Nichtraucherbereich ein, dann ist alles gut. Und die die Gastronomen investierten fleißig. Dann hieß es, das absolute Rauchverbot kommt jetzt doch nicht, tut wie ihr wollt – und jetzt, Wirte akzeptiert das, kommt es doch. Als Gastronom kann ich mich da nur gehäkelt fühlen. Und so ganz nebenbei formuliert: Wiens Gastronomen sind maßgeblich an den rekordverdächtigen Nächtigungszahlen in der Bundeshauptstadt beteiligt und somit ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor – das nur „ganz nebenbei!“

Dass Rauchen der Gesundheit alles andere als förderlich ist, brauche ich hier nicht zu erwähnen. Dazu gibt es genügend Studien und Ärzte, die auf die Schäden hinweisen. Die wirtschaftlichen Schäden, auf die ich hinweise, sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen: Die Existenz von vielen Wirtn steht auf dem Spiel, einige haben bereits zugesperrt, weil die Stammkundschaft zum Großteil aus Rauchern besteht. Und welcher Nichtraucher würde sich in so ein Lokal verirren? So viel zum Thema Nichtraucherschutz – das macht überhaupt keinen Sinn.

Ich spreche hier z.B. von den „Tschocherln“, den kleinen Ecklokalen, in denen vorwiegend getrunken und vor allem viel geraucht wird. Wie sollen die das Rauchverbot überleben? Die Stammgäste werden in Zukunft im schlimmsten Fall zuhause bleiben.

In vielen Restaurants, wo es ja um das Konsumieren von Speisen geht, wurde bereits vor dem offiziellen Verbot nicht mehr geraucht. Wer Speisen konsumiert, muss nicht unbedingt von Rauchern umgeben sein – das ist mehr als verständlich.

Anders als in den „Tschocherln“, den Bars, Beisln, Kaffeehäusern oder Nachtclubs. Für viele Gäste gehört die Zigarette einfach dazu und die Konsequenzen eines absoluten Rauchverbots sind noch gar nicht abzusehen. Was wird als nächster Schritt passieren? Die Raucher werden vor die Türe gehen und es wird zu Lärmbelästigung der Anrainer kommen. Und dafür sollen die Wirte dann auch noch verantwortlich gemacht werden? Ich kann es nur immer wieder betonen: Wirte sind Wirte, und keine Kindermädchen!

Ganz schlimm trifft es übrigens auch die 500 Shisha-Bars in Österreich. Ich bekomme viele Anrufe von verzweifelten Jungunternehmern, die viel in ihr Lokal investiert habe und ab 1. November vor dem absoluten Aus stehen. Die Gäste kommen dort hin, um Shisha zu dampfen und nicht um ein Schnitzerl zu essen – das muss man sich vor Augen führen! Mit 1. November hat der Verband der Shisha Bar-Betreiber die zweite Klage vor dem Verfassungsgerichtshof eingereicht – ich kann nur hoffen, dass diese zum Erfolg führt und es zu einer Ausnahmeregelung kommt.

Abschließend möchte ich noch anführen, dass in Deutschland bereits Ausnahmeregelungen umgesetzt wurden, weil das generelle Rauchverbot zu Problemen geführt hat. So darf man z.B. in Hamburg ab 22 Uhr wieder rauchen. Ich halte an der Forderung fest, dass es z.B. in Nachtlokalen Raucherkabinen ohne Service geben soll – ähnlich wie auf Flughäfen.

Euer

Peter Dobcak

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