15. November 2019
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Ein Kaiser, ein König, ein Kran: Das Otto Wagner Schützenhaus

Der Hausherr und sein Kran: Christian Pock im Otto Wagner Schützenhaus. Foto: Windisch

Eine kulinarische Zeitreise in die Monarchie offeriert Gastronom Christian Pock im Otto Wagner Schützenhaus am Donaukanal. Uns hat er verraten, warum die Wiener Küche nicht aus Wien kommt, seine Karte nicht dem Mainstream folgt und warum in einem Schützenhaus nicht geschossen wird.

Kaum ein Architekt der späten Monarchie hat das Alltagsleben der Wienerinnen und Wiener bis heute so geprägt wie Otto Wagner. Am Wochenende flanieren die Hauptstädter in Scharen zur markanten Jugendstilkirche am Steinhof mit ihrer goldenen Kuppel. Und unter der Woche begleiten die Gewölbe der Stadtbahnbögen die Pendler in der U-Bahn zur Arbeit. Das Essen aber ist dort bekanntlich seit geraumer Zeit verboten. Wer dem Baumeister also kulinarisch nahe kommen will, der ist gut beraten, sich für einen Abend an den Donaukanal zu begeben. Dort hat sich Otto Wagner nämlich mit dem Schützenhaus ein weiteres, oft übersehenes, Denkmal gesetzt. Und genau hier hat 2011 ein Restaurant seinen Platz gefunden, das den Namen des Jahrhundertarchitekten mit Würde trägt.

Küche aus den Kronländern

Juwel am Kanal: Das Schützenhaus flog lange unter dem Radar der Wienerinnen und Wiener. Foto: Windisch

Mit seinem kulinarischen Anspruch „Wir kochen in die Monarchie“ gibt sich das Lokal am Kanal jedenfalls nicht Bescheiden. Dass es sich dabei nicht um leere Worte, sondern volle Teller handelt macht Lokalchef Christian Pock beim Besuch von Gastro News Wien deutlich: „Natürlich war Wien der Schmelztiegel der Monarchie, aber alle Gerichte, die es hier gab, sind von irgendwo zusammengetragen worden. Daraus ist dann erst die Wiener Küche entstanden.“ Serviert werden daher Spezialitäten aus den ehemaligen Kronländern, sei es Ungarn, das frühere Herzogtum Steiermark oder die Grafschaft Tirol.

Großmutter-Rezepte statt Mainstream

„Wenn ich nicht Geld verdienen müsste würde ich nur durch ganz Österreich fahren und alte Großmutter-Rezepte sammeln“, erklärt Pock mit einem Schmunzeln. Der lukullische Ausflug in die Regionen der alten Donaumonarchie ist deshalb nicht nur geographischer, sondern auch historischer Natur. „Ich mache natürlich auch Speisen, die man heute in der Form gar nicht mehr findet.“ Dass er sich damit klar vom Mainstream entfernt ist Pock bewusst – und auch bewusst gewählt. Genauso wie die mitnichten alltägliche Lage an der Lände: „Ich will einfach Adressen, die nicht zwischen Trafik und Delka liegen.“

Schützen, nicht Geschütze

Weinbar mit Aussicht: Privates Ambiente im zweiten Stock. Foto: Windisch

Die besondere Location ist dabei dem ursprünglichen Zweck des Gebäudes geschuldet, den das Äußere in seiner Fin-de-siècle-Eleganz kaum vermuten lassen würde, der im Inneren aber sofort sichtbar wird. Ein tonnenschwerer Kran spannt sich über die Köpfe der Gäste hinweg. Er sollte zum Anheben und Absenken einer Stauvorrichtung im vorbei fließenden Kanal dienen: Der sogenannten Schütz. Mit Schießbuden oder Jagdgesellschaften hat das Haus also nichts zu tun hat. Wie oft Pock den Namen seines Lokals erklären muss? Sehr oft. „Das geht bis nach Australien, auch von dort wurde ich schon von einem Jäger angefragt, der unbedingt das Schützenhaus besuchen wollte…“ meint der Hausherr lachend.

Wagner, der Visionär

Der Kaiser grüßt: Franz Josef und Sisi im Stiegenhaus. Foto: Windisch

Während man also im Gastraum zu ebener Erde die architektonischen Details Wagners – für Pock ein Visionär – im Blick hat, eröffnet sich im ersten und zweiten Stock ein eher ungewöhnliches Panorama auf den Donaukanal. Dort hat Pock eine Eventlocation und eine Weinbar eingerichtet. Wer statt dem Lift die Treppen nach oben nimmt hat übrigens auch Gelegenheit, Kaiser Franz Josef „Habe die Ehre“ zu sagen. Neben historischen Deutschmeisteruniformen thront hier nämlich eine Büste des Monarchen über dem Geschehen.

Franz Josef, der Kaiser von Österreich, und Otto Wagner, der König der Architekten: Sie haben das Schützenhaus fest in ihrer Hand.

 

Otto Wagner Schützenhaus

Montag – Samstag

von 11:00 – 24:00 Uhr

Sonn – und Feiertag geschlossen, ausgenommen Veranstaltungen

www.ottowagnerschuetzenhaus.at

Obere Donaustraße 26

1020 Wien

Tel.: +43 1 212 42 22

 

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