08. Dezember 2019
GastroNews Logo Gastro News

Onlinemagazin

Essen & Trinken Lifestyle Meinung Videos Genuss Restaurant News Business Gastro News CLUB

Kulinarische Vorteilswelt

Couponing Gewinnspiele Shopping deals Kostproben Genusstipps Gastro News Lokalfuehrer

Top 500 Restaurants Wiens

Top 500 Ranking Mittagessen Küchenstil Bezirke Grätzel Anlässe Eventlocations Gastro News Jobs

Gastro & Hotel Jobbörse

Jobangebote Betriebe Login Bewerber Login Firmen Job schalten Amex 2-for-1

Genussportal

Newsticker

Daily Deal hat ausgedealt!

Peter Dobcak, Fachgruppen-Obmann WKO Fachgruppe Gastronomie. © Sophisticated_Pictures

Vor wenigen Tagen hat die Vermittlungsplattform Daily Deal Ges.m.b.H. Insolvenz angemeldet. Geschäftszweck war der Verkauf von Gutscheinen im Auftrag der Geschäftspartner. Daily Deal stellt zum Beispiel einen Gutschein für ein Abendessen im Wert von € 200,— aus. Der Gast bezahlt aber nur 100,— dafür. Das ist der Vorteil für den Kunden. Der verbleibende Betrag wird abzüglich einer Provision von 30 Prozent an den Lokalbetreiber weitergeleitet. Dieser bekommt in unserem Beispiel € 70,— , muss aber eine Leistung im Wert von besagten € 200,— abliefern. Für die Gastronomie mit bekannt geringem Deckungsbeitrag ein wirtschaftlich eher gewagtes Unterfangen.

Der absolute Haken an der Sache ist allerdings, dass sich Daily Deal nur als Vermittler sieht, der auch im Auftrag der Firmen die Gelder einkassiert. Vertragspartner sind aber der Gast und das Lokal. Somit ist der Gastronom verpflichtet seine Leistung jedenfalls zu erbringen, egal ob er von Daily Deal für den verkauften Gutschein Geld bekommen hat oder nicht. Und das haben die Betriebe schon monatelang nicht gesehen. Denn Daily Deal ist mit ca. 1,7 Millionen Euro an Aussenständen im Rückstand. Betroffen sind zirka 500 Betriebe, die nun um ihr Geld umfallen.

Wie gekonnt sich Daily Deal aus der Affäre zieht, zeigt die Tatsache, dass unter anderen über den Verein für Konsumenteninformation, Musterbriefe an die Gutscheinkäufer geschickt werden, mit der Aufforderung den um ihr Geld umgefallenen Betrieben mit Schadenersatzklagen zu drohen, sollten sie sich weigern die Gutscheine anzunehmen. Auch wenn sich hunderte Klein- und Mittelbetriebe in Wien dazu verpflichtet haben, macht immer noch der Ton die Musik. Die Kunden mit solchen Schreiben gegen die Betriebe aufzuhetzen ist widerlich und nicht zu akzeptieren. Denn so werden die Unternehmer von vorne herein als unseriös dargestellt, sind aber ebenfalls Geschädigte.

Unseriös ist da wohl die Vorgehensweise von Daily Deal. Der Behauptung, die Expansion nach Deutschland hat nicht so funktioniert wie geplant und deshalb kann man seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, schenke ich persönlich keinen Glauben. Denn Daily Deal hat das Geld für die Unternehmen zu treuen Handen übernommen und ist damit keinesfalls befugt dieses für eigene Zwecke zu verwenden. Ich frage mich, wo das Geld hingekommen ist? Doch das ist dann wohl auch eine Frage für die Staatsanwaltschaft.

Euer

Peter Dobcak

Sind Sie auf Facebook? – Jetzt Fan von gastronews.wien werden!

Blogheim.at Logo