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17. September 2019
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Das Super-Protein der Zukunft: Heuschrecken, Mehlwürmer & Co.

Barbecue Heuschrecken, Mehlwürmer Kurkuma Zitrone und Tomaten Heimchen: Zirp Insects lanciert neue Snack-Produkte © Zirp Insects

Christoph Thomann verfolgt eine Mission. Mit seinen essbaren Insekten will er die Welt retten. Oder wenigstens eine Möglichkeit zur nachhaltigen, gesunden Ernährung anbieten. Seine Mehlwürmer, Buffalo-Würmer, Heimchen und Wanderheuschrecken sind seit Oktober österreichweit bei Merkur erhältlich. Welche Motivation dahintersteckt und warum Insekten das Protein der Zukunft sind, erklärt der Gründer von Zirp Insects im Interview.

Gastro News Wien: Wie ist Zirp entstanden und wofür steht ihr?

Zirp-Insects Gründer und CEO Christoph Thomann © Skokanitsch

Christoph Thomann: Kurz nach Ende meines Gesundheitsmanagement-Studiums in Krems hat mir ein Kollege vom Thema Insektenessen erzählt. Das war 2011. Ich hatte im ersten Moment selbst Vorurteile – irgendwie ließ mich dieses Thema aber nicht los. Auch, weil ich mich im Laufe meiner universitären Ausbildung intensiv damit auseinandergesetzt habe, wie man die Welt am besten retten kann. Insekten schienen mir auf langfristige Sicht eine logische Option zu sein, um Klimawandel & Co entgegen zu wirken.

Im Laufe der vergangenen Jahre sind aus dieser ersten Idee viele Projekte entstanden. Trotzdem dauerte es bis Mitte 2017, bis wir die Marke ZIRP etablierten. Mittlerweile ist die Thematik präsenter – natürlich auch, weil die Folgen des Klimawandels medial in den Fokus gerückt sind und vermehrt gerade in Sachen Ernährung nach Alternativen gesucht wird. Und da setzen wir an: Wir wollen die Ernährungsgewohnheiten in Europa nachhaltig verändern, Impact erzeugen und qualitativ hochwertige Produkte mit und aus Insekten vermarkten. Und wir sind davon überzeugt, dass wir das auch schaffen.

Ihr macht das seit 2011, was hat sich seither geändert?

Heute stehen wir an einem entscheidenden Wendepunkt: Wir sind gerade dabei, unser Unternehmen zu strukturieren, neu zu positionieren und auch zu erweitern. Das ist notwendig, weil es unsere Produkte nun auch in den österreichischen Einzelhandel geschafft haben und bei Billa und Merkur erhältlich sind. Wir entwickeln gerade einen Proteinriegel – und ab nächster Woche gibt es unsere Insekten auch gewürzt (siehe Foto) ZIRP for Future. Wir sind uns sicher: Die Zukunft muss JETZT beginnen.

Wer ist eure Zielgruppe?

Natürlich muss man verstärkt bei der Generation Zukunft ansetzen. Daher wollen wir auch eng mit der „Fridays for Future“-Bewegung zusammenarbeiten und vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen. Damit uns das gelingt, leisten wir auch viel Aufklärungsarbeit an Schulen.

Aber im Grunde wollen wir jeden Menschen ansprechen. Warum? Weil wir alle tierische Proteine brauchen. Insekten sind diesbezüglich nicht nur besser verträglich und effizient, sondern auch ressourcenschonender zu produzieren als etwa Säugetiere. Mittlerweile springen auch viele Veganer oder Vegetarier auf unseren Zug auf. Weil Lebensmittel aus Insekten eine ethische und umweltschonende Alternative sind.

Die Hemmschwelle mit Insekten zu kochen ist für viele noch groß. Wie kann man diese überwinden?

Wir essen nicht was uns schmeckt, sondern uns schmeckt was wir essen. Daher ermutigen wir alle, die eigenen Vorurteile abzubauen und sich einfach einmal zu überwinden. Insekten sind relativ geschmacksneutral. Wir haben in Wahrheit noch nie das Feedback bekommen, dass sie jemandem nicht schmecken. Zu unseren Produkten bieten wir auch immer Rezepte an – wir veranstalten auch Kochkurse, bei denen den Teilnehmern das Zubereiten von Insekten nähergebracht wird. Die meisten sind überrascht, wie vielfältig man damit arbeiten kann.

Ihr habt einen Online-Shop, gebt Kochkurse. Beliefert ihr auch die Gastronomie?

Klar. Und es werden immer mehr. Seit zwei Jahren kann man unsere Produkte zum Beispiel im „Crossfields“ bei der Wiener Staatsoper probieren. Durch unser aktuelles Wachstum werden wir aber in naher Zukunft auch verstärkt in den Vertrieb investieren und versuchen, noch mehr Menschen zu überzeugen, unsere Insekten auch dauerhaft auf ihren Teller zu packen.

Wann kommt der Trend endgültig in ganz Österreich an?

Ich denke, er ist schon angekommen – wenn noch in kleinem Ausmaß. Die Nachfrage erhöht sich stetig. Auch, weil ein Umdenken in der Bevölkerung stattfindet. Wir sind überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis das Thema europaweit aus der Nische herauskommt. Durch den aktuellen Klimawandel steigt automatisch auch die Nachfrage nach alternativen Ernährungsformen. Wir haben uns bestimmt nicht das leichteste Thema ausgesucht, aber wir sind überzeugt, dass es die sinnvollste ist.

Vielen Dank für das Gespräch.

www.zirpinsects.com

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