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26. Juni 2019
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Gastronomin der Woche: Tamara Jurasic

Das Fischrestaurant Bodulo ist Hernals beliebteste Anlaufstelle für Meeresspezialitäten aus der dalmatinisch-istrischen Küche. Gemütlichkeit, Herzlichkeit und gute Gespräche prägen das Grundkonzepts des Lokals. Gastro-News hat der Gastronomin Tamara Jurasic einen Besuch abgestattet, um mit ihr über ihren Berufsalltag und die dahinterstehende Philosphie zu plaudern.

Gastro-News: Wie sind Sie in der Gastronomie gelandet?

Tamara Jurasic: Ich habe das Restaurant seit 2002, damals noch mit meinem Exmann, der sich selbständig machen wollte. Und ich habe zugesagt mitzuhelfen, da ich gerne mit Menschen zu tun habe.

Gastro-News: Also hatten Sie vorher gar nichts mit Gastronomie zu tun?

Tamara Jurasic: Nein! Ich war damals gerade 24, mit dem Studium fertig und habe mich sofort in selbständige Gewässer reingestürzt (lacht). Ich war hier auf Urlaub und habe gleich die Gelegenheit genutzt Deutsch zu lernen und einen Sprachkurs auf der Universität gemacht. Und dann wollte ich nicht mehr weg. Wien hat schon immer eine starke Anziehungskraft auf mich gehabt.

Gastro-News: Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Job?

Tamara Jurasic: Menschen glücklich zu machen. Es ist eine Herausforderung – wenn Sie glückliche Menschen vor sich haben und die sollen Sie noch glücklich machen. (lacht)

Gastro-News: Was ist da das schönste Kompliment, das sie von einem Gast bekommen können?

Tamara Jurasic: Wenn er, bevor er aus dem Haus geht, gleich für’s nächste Mal reserviert. Damit ist alles ohne Worte gesagt.

Gastro-News: Gibt es etwas, dass Sie an Ihrer Arbeit stört?

Tamara Jurasic: Da sind wirklich wenige Dinge, die mir nicht gefallen. Wenn alles passt, mit den Gästen und mit dem Personal, dann merkt man selbst die langen Stunden nicht. Die Stadt könnte sich ein bisschen weniger einmischen. Diese Auflagen,mit denen wir in der letzten Zeit bombardiert werden… Wir wollen nicht im Büro arbeiten, wir wollen mit den Gästen reden! Es geht um die Gesellschaft und nicht um Papierkram (lacht).

Gastro-News: Hat sich das Lokal im Laufe der Zeit verändert?

Tamara Jurasic: Wir verändern immer wieder etwas. Wenn man ordentlich zuhört, kann da der Gast sehr viel helfen. Er kann so viele Richtlinien geben, dass sie nicht mehr selbst nachdenken müssen. Die Stammgäste wissen, was sie wollen. Letztendlich funktioniert alles wie in einer großen Familie. Und in einer Familie redet man miteinander über alles. Auch darüber, was man verändern kann.

Gastro-News: Ändern Sie die Speisekarte auch oft?

Tamara Jurasic: Mittlerweile ändern wir sie jede Woche! Auch wenn die Saison gleichbleibt, versuchen wir immer, uns zehn neue Speisen zu überlegen. Wir waren eine Zeit lang ein bisschen „einbetoniert“, aber wir ändern das langsam.

Gastro-News: Woher stammen die Rezepte?

Tamara Jurasic: Aus unseren Familien. Teilweise von meiner Oma, teilweise von den Omas der Köche. Jeder von uns bringt sich ein, wir sind ein Team. Dann wird es gekocht und gekostet, ob es schmeckt und ob es auf die Speisekarte kommt. Und dann notieren wir uns natürlich, was den Gästen geschmeckt hat.

Gastro-News: Wurden Sie da schon einmal überrascht?

Tamara Jurasic: Ja, bei Brudetta! Das ist etwas, das die Österreicher nicht kennen und wenn man etwas nicht kennt, bestellt man es eher nicht. Durch die Restaurantwoche haben wir das vorgestellt und ich muss sagen, dass das super über die Bühne gegangen ist!

Gastro-News: Wie beschreiben Sie Ihre Küche?

Tamara Jurasic: Wir haben eine dalmatinisch-istrische Küche. Wir versuchen für beide Regionen typische Speisen irgendwie modern zu präsentieren. Wir haben auch andere Einflüsse, unsere Küche ist sehr kreativ, ich will sie nicht begrenzen. Wenn wir Ideen haben, gerne. Letztendlich entscheidet der Gast, was gut war und was nicht. Man kann das auch unter der Woche noch ändern.

Gastro-News: Sind Sie da so flexibel?

Tamara Jurasic: Sehr! Letztendlich ist jedes Restaurant für den Gast da und nicht für sich selbst.

Gastro-News: Und was ist das Besondere an der dalmatinisch-istrischen Küche?

Geheimtipp der Lokalchefin: Gegrillter Oktopus. © Fischrestaurant Bodulo

Tamara Jurasic: Die Einfachheit. Den wahren Geschmack eines Rohstoffs bewahren, das ist manchmal die schwierigste Aufgabe. Es muss immer frisch sein! Der Fisch kommt direkt von Kroatien. Wir sind sehr auf das Regionale konzentriert. Da es in Österreich leider kein Meer gibt, kommt der Fisch von dort, aber sonst sind alle Produkte aus Österreich. Je näher und unverfälschter, desto besser.

Gastro-News: Haben Sie in Zukunft Pläne für das Restaurant?

Tamara Jurasic: Ja, wir wollen umbauen. Aber was auf alle Fälle bewahrt bleiben soll, ist die Gemütlichkeit. Das Restaurant soll auch so klein bleiben, dann ist man näher und nimmt sich wirklich Zeit für den Gast. Der Gast ist nicht nur ein „Geldbörsl“ das hereinkommt, sondern ein Mensch, auf den man sich freut.

Gastro-News: Warum glauben Sie ist das Lokal so erfolgreich?

Tamara Jurasic: Man darf sich nicht aufs Geld konzentrieren. Geld ist zwar wichtig, um die Rechnungen zu bezahlen, aber man muss sich auf die Qualität und die Zufriedenheit konzentrieren, dann kommt das von alleine. Wir sind uns heutzutage alle irgendwie unbekannt geworden und ich glaube, deswegen kommt man gerne zu uns. Wir kennen unsere Gäste und wir wissen, was sie möchten, noch bevor sie es wissen.

 

Restaurant Bodulo

Hernalser Hauptstrasse 204, 1170 Wien

01 486 43 11

www.bodulo.at

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