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18. März 2019
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Förderung mal anders

© iStock/Pattanaphong Khuankaew

Von Peter Dobcak

Geld, besonders vermeintlich billiges Geld, können wir Unternehmer immer brauchen. Besonders in der Gastronomie gibt es dauernd etwas zu renovieren oder zu ersetzen. Manchmal freiwillig, meist allerdings auf Druck der Behörden, die bei Kontrollen wieder etwas entdeckt haben, was nicht den letzten Auflagen entspricht. Da kommt ein Kredit mit 3% Zinsen gerade recht, wenn es am Ende nicht eine böse Überraschung gäbe.

Um Unternehmerinnen und Unternehmern bei der Finanzierung unter die Arme zu greifen, haben die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer Wien in Zusammenarbeit mit diversen Geldinstituten vor einiger Zeit die „Gemeinsame Kreditaktion der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien“ ins Leben gerufen. Die maximale Kredithöhe beträgt € 10.000,- , für Jungunternehmer sogar € 12.000,-. Der dazu geförderte Zinssatz beträgt 3% p.a. Beantragt wird dieser Kredit bei den kooperierenden Geldinstituten, die den Akt auch bearbeiten und bei positiver Beurteilung das Geld auszahlen.

Voller Freude über diese sinnvolle Unterstützung, bewaffnet mit Antrag, notwendiger Besicherung oder einem Bürgen, marschieren die Kollegen und Kolleginnen zum Termin in das Geldinstitut. Der freundliche Mensch aus der Kreditabteilung bespricht die notwendige Höhe der Kreditsumme und erstellt ein Angebot, das nach Unterschrift des Kreditnehmers zur weiteren Genehmigung an die Wirtschaftskammer geschickt wird.

Im Vertrauen auf die, trotz aller Kritik, doch seriösen Partner Stadt Wien und Wirtschaftskammer, wird das Angebot entgegengenommen und hoffentlich NICHT gleich unterschrieben. Der Dritte im Bunde, das involvierte Geldinstitut, scheint mit dem Zinssatz von 3% nämlich nicht zufrieden zu sein. Offensichtlich passt dieser Zinssatz gar nicht zur Strategie der Gewinnmaximierung, denn es wird noch eine Kreditprovision von 0,5% per Quartal aufgeschlagen. Das heißt am Ende des Jahres kommen noch 2% an Kosten dazu und das jedes Jahr solange der Kredit läuft. Beim heutigen Zinsniveau, wo wir sogar von Negativzinsen sprechen, ist ein Kredit mit 5% Zinsen absolut kein Heuler. Die verlangte Besicherung von 2/3 der Kreditsumme zeugt auch nicht von großem Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Unternehmer. Eine gut gemeinte Aktion zum Nutzen der kleinen Betriebe wird so mutwillig boykottiert. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls wenn man sich die Angebote der Geldinstitute ansieht.

Auf Betreiben der Wirtschaftskammer wird derzeit an einem „Bankengipfel“ gearbeitet um Möglichkeiten auszuloten, wie man die sechs involvierten Institute dazu bewegen kann eine einmalige Bearbeitungsgebühr in vernünftiger Höhe zu verrechnen anstatt mit Zinsen durch die Hintertür die Kunden zu enttäuschen. Bei den hauseigenen Kreditangeboten funktioniert das jedenfalls.

Euer
Peter Dobcak

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