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17. Juli 2019
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Ehrensache!

© iStock/Goodluz

Von Peter Dobcak

Viel hat sich in den letzten Jahrzehnten in unserer Welt geändert. Trends sind gekommen und wieder gegangen, technische Hilfsmittel für das tägliche Leben oder der Medizin wurden entwickelt, Computer und die damit ausgelöste Digitalisierung haben auch unsere soziale Kommunikation völlig verändert. Von Politik und Ideologien möchte ich gar nicht beginnen zu schreiben.

Was sich über all die Jahre nicht wirklich geändert hat, ist die Art und Weise wie wir die zweitschönste Sache der Welt zelebrieren. Natürlich haben wir Fast-Food samt Tiefkühlkost, Vegan oder Paelo. Doch im Großen und Ganzen, gehen wir noch immer in ein Lokal, treffen uns mit Geschäftspartnern, Familie oder Freunden und „brechen das Brot miteinander“ wie es so schön heißt. Egal ob man der Fleisch-, Gemüse- oder Getreidefraktion angehört.

Was es dazu braucht ist allerdings jemand, der die gewünschten Speisen so zubereitet, wie wir das qualitativ erwarten und jemanden, der die Wunderwerke der Küche auch entsprechend serviert. Ganz abgesehen davon, dass es zuallererst überhaupt jemanden braucht, der bereit ist das Risiko der Selbständigkeit in der Gastronomie noch auf sich zu nehmen. Da die meisten Gastronomen allerdings Idealisten mit dem Hang zur Selbstaufgabe sind, gibt es derer noch genug.

Was sich allerdings grundlegend geändert hat, ist die Bereitschaft, einer handwerklichen Tätigkeit nachzugehen und einen Beruf zu erlernen, der manuelle Fertigkeit verlangt oder den Einsatz in der Serviceindustrie, zu der auch der Tourismus gehört. Der landauf, landab beklagte Facharbeitermangel gibt Zeugnis davon.

Bei allen Herausforderungen, junge Menschen für diesen zweifelsohne anstrengenden aber sehr schönen Beruf Gastronom zu begeistern, liegt es in erster Linie an den Betrieben selbst, durch die Wahrung ihres Lehrauftrages für eine Verbesserung der Situation zu sorgen. Dem Lehrling das Gefühl zu geben, dass der Arbeitgeber vitales Interesse daran hat ihn gut auszubilden, auch wenn das aus vielerlei Gründen, die zu beschreiben den Rahmen der heutigen Kolumne sprengt, sehr sehr herausfordernd ist.

Ein Weg unsere Lehrlinge zu motivieren ist, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit anderen Lehrlingen aus ganz Österreich zu messen, auch um zu sehen wo man in der Ausbildung steht. Der positive Wettstreit im Rahmen der jährlich stattfindenden Lehrlingsstaatsmeisterschaften (Austrian Skills) ist, neben dem Lehrabschluss, der Höhepunkt der in aller Welt so gelobten „Dualen Ausbildung“ in Österreich.

Meine Kollegen und Kolleginnen aus den Fachgruppen Hotellerie, Kaffeesieder haben mit mir, als Vertreter der Gastronomie, in den letzten Jahren gezielte Maßnahmen gesetzt um mehr Betriebe zu motivieren, ihre Lehrlinge an den Meisterschaften teilnehmen zu lassen. Neben der Rückerstattung einer Lehrlingsentschädigung an die Betriebe für die Freistellung zum Training, über Antrittsgeld und großzügige Preisgelder für die Gewinner, konnten wir auch branchenweit bekannte Fachleute als Trainer gewinnen.

Wir sind auf einem guten Weg. War das Team Wien noch vor wenigen Jahren an neunter Stelle von 9 teilnehmenden Bundesländern, konnten wir 2018 bereits den 3. Platz und damit Bronze in der Gesamtwertung erreichen. In der Einzelwertung wurde sogar ein Staatsmeistertitel erobert. Darauf können wir alle sehr stolz sein. Basis für diesen Erfolg ist der unermüdliche Einsatz der Trainer und Trainerinnen, sowie der begleitenden Lehrer, der touristischen Berufsschulen in der Längenfeldgasse.

Eine der größten Herausforderungen für die Berufsschule ist es, genügend interessierte Lehrlinge für das Training und die Teilnahme zu finden. Das Team Wien besteht aus 9 + 3 (Ersatz) TeilnehmerInnen. Gestellt werden die TeilnehmerInnen vorwiegend von den großen 5*-Hotels. Dann ist ja alles gut, mag man sich denken. Doch dem ist gar nicht so, denn für die Austrian Skills 2019 kommt KEIN EINZIGER Lehrling aus einem Gastronomiebetrieb, sondern alle aus der Hotellerie.

Trotz bekannt-schwieriger Rahmenbedingungen in der Lehrlingsausbildung, ist das eine Situation mit der wir alle nicht zufrieden sein sollten. Wenn wir als Gastronomie in Zukunft mit unseren Bemühungen um den Nachwuchs glaubwürdig bleiben wollen, dann ist eine ausreichend frei gestellte Anzahl an Lehrlingen für die Staatsmeisterschaften nicht nur Grundvoraussetzung sondern auch Ehrensache. Ich werde ab dem Sommer die Lehrbetriebe kontaktieren und sie bitten, ein Auge auf besonders engagierte Lehrlinge im Betrieb zu haben und die Freistellung dieser Lehrlinge für das Training und den Wettbewerb 2020 einzuplanen.

Ohne Lehrlinge kein Nachwuchs, ohne Nachwuchs keine Nachfolger.

Euer
Peter Dobcak

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