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26. Mai 2019
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25 Millionen Becher Joghurt landen jährlich im Müll – obwohl oft einwandfrei

© Greenpeace / Mitja Kobal © Greenpeace / Mitja Kobal

Wien (Culinarius/OTS) – In Österreich werden jährlich 600 Millionen Joghurtbecher gekauft. 25 Millionen davon landen im Müll, obwohl das Joghurt oft noch genießbar wäre. Das hat Greenpeace auf Basis öffentlicher Verbrauchszahlen errechnet. Einer der Hauptgründe ist das überschrittene Mindesthaltbarkeitsdatum, das oft mit einem Wegwerfdatum verwechselt wird.I Aus diesem Grund verkostet Greenpeace unter dem Motto „Rettet das Joghurt“ seit heute Früh unterschiedliche Joghurtsorten auf der Mariahilfer Straße in Wien. Dabei sollen die PassantInnen erraten, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten wurde, oder ob das Joghurt frisch aus dem Supermarktregal stammt. Nach dem derzeitigen Verkostungs-Stand haben mehr als die Hälfte der Befragten nicht erkannt, welches Joghurt das MHD bereits überschritten hat. Zudem gaben fast allen an, dass sie im Normalfall auch dieses Joghurt essen würden, weil im Geschmack und bei der Konsistenz nur leichte Unterschiede festgestellt werden konnten.

© Greenpeace / Mitja Kobal

© Greenpeace / Mitja Kobal

„Mit der Aktion wollen wir zeigen, dass Lebensmittel, auch wenn sie das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten haben, gut und genießbar sind. Wenn das Joghurt richtig gelagert wird, kann es sogar mehrere Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gegessen werden“, sagt Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin bei Greenpeace in Österreich. Das bestätigt auch der Langzeittest von Greenpeace: Sechs Monate nach Überschreiten des MHD war das getestete Naturjoghurt weiterhin mikrobiologisch unbedenklich und somit verzehrbar. Trotzdem werden Millionen Becher Joghurt ungeöffnet weggeworfen.

© Greenpeace / Mitja Kobal

© Greenpeace / Mitja Kobal

Um diese vermeidbare Lebensmittelverschwendung zu verringern, braucht es Maßnahmen von mehreren Seiten. Ein Beispiel dafür sind die Lagertests. Diese werden von den Lebensmittelherstellern für die Abschätzung der MHD ihrer Produkte durchgeführt. Hier gibt es bislang kein einheitliches Vorgehen. Stattdessen wird unter unterschiedlichen Bedingungen getestet. Während manche Hersteller die Haltbarkeit unter den empfohlenen Lagerbedingungen überprüfen, berücksichtigen andere Produzenten Extremsituationen wie eine Lagerung bei Raumtemperatur. Greenpeace fordert daher von der Politik und der Industrie einheitliche, realistische Lagertests. Auch die KonsumentInnen können der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken: „Das MHD ist kein Verfallsdatum, sondern lediglich eine Herstellergarantie. Ob ein Produkt verdorben ist oder nicht, lässt sich besser mit den eigenen Sinnen als durch ein Datum auf der Verpackung erfassen“, sagt Kaller.

Wenn man ein geschlossenes Joghurt mit mehrwöchig abgelaufenem MHD in einer versteckten Ecke des Kühlschranks findet, heißt das nicht, dass es automatisch weggeschmissen werden muss. Statt es ungeöffnet zu entsorgen, empfiehlt Greenpeace, kurz zu prüfen, ob das Joghurt noch gut ist: Öffnen, anschauen und riechen lohnt sich auf jeden Fall – wenn das Produkt Augen und Nase überzeugt, kann eine Kostprobe bei der Entscheidung helfen.

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