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25. September 2018
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Martin Ho im Exklusivinterview

Absurdität als Geschäftsmodell? Eine Wiener Erfolgsstory mit asiatischen Wurzeln

Wien. (Culinarius) – Ein 27-jähriger Geschäftsmann, der sein erstes Lokal mit 19 Jahren eröffnet hat und nun Besitzer dreier Restaurants, eines Cafés, einer Galerie, des – psst! – Privatsalons X sowie eines Verlags ist, ein Kochbuch herausgegeben hat und den Hip Hop – Club VIE I PEE direkt neben der ebenfalls von ihm übernommenen Pratersauna betreibt? Diese bezeichnet er als kulturelle Institution, die man nicht kommerzialisieren soll. Daher wurde sie gerade sanft revitalisiert, dem bisherigen Musikstil will man treu bleiben, die Klientel soll sich von der des VIE I PEE unterscheiden – hüben Spritzer- , drüben Champagnertrinker!
Passt für Sie nicht so ganz zum Bild eines 27-Jährigen? Oh Wunder – für uns auch nicht!!
Welcher geheimnisvolle Mensch verbirgt sich nun tatsächlich hinter so viel geballter Energie, gepaart mit unglaublichem Gespür für den Markt und seine Kunden? Aber lassen wir doch den geheimnisvollen, gerade deshalb äußerst bekannten Martin Ho selbst zu Wort kommen:

DOTS-Sushi auf höchstem Niveau 
Als klaren Vorteil für die Geschäftseröffnung des DOTS in der Mariahilferstraße 2005 sieht er seine damalige wirtschaftliche Ahnungslosigkeit, ohne die er diesen Schritt sicher nicht gewagt hätte. Heute rechne er all seine Unternehmen mehrmals durch und entwickle einen klaren Business-Plan, damals habe ihm aber gerade diese Unbefangenheit ermöglicht, ein völlig unkonventionelles Konzept ohne Erfahrungswerte umzusetzen – die Zeit erwies sich reif für DOTS experimental Sushi mit Kürbiskernen und Apfelstrudel – oder Trüffel – Spargel Maki.
Das Erfolgsrezept dafür dürfte wohl in einer ungewöhnlichen Kombination liegen: höchste Qualität einerseits durch Saisonalität bzw. Regionalität der Produkte sowie ein unglaublicher Ideenreichtum und eine permanente Offenheit für Neues andererseits. Experimentieren und unkonventionell denken lautet die – äußerst erfolgreiche – Devise! Die kreativen Namen der Gerichte spiegeln seine Assoziationen zu diesen Gerichten wieder. „Erst wenn die Gerichte mir und meinem Küchenchef schmecken kommen sie auf die Teller unserer Gäste!“, lacht Ho.

HO Gallerie
Eine weitere Leidenschaft von Martin Ho ist die Kunst, die er nicht nur in der kreativen Gestaltung seiner Speisen und Einrichtung seiner Lokale umsetzt, sondern vor allem in der eigenen „ Yoshi´s Contemporary Art Gallery & Loft“, für ihn ein geschäftlich und künstlerisch forderndes Projekt, dessen Internationalität ihn besonders beeindruckt.
„Mit der HO GALLERY habe ich den Luxus einerseits einen Art Space zu haben, in dem wir junge Künstler wie kürzlich erst Cyril Helnwein oder Puber präsentieren, promoten und fördern können. Der Kunsthandel selbst ist ein spannendes Business, in dem ich meine Passion für das Schöne und Internationale ausleben kann. Kultur hat auch in allen meinen Lokalen eine wesentliche Bedeutung, weil schöne Kunst, gutes Essen und Quality Time einfach zusammengehören.“, erzählt uns der junge Unternehmer.

Außerdem hat er eine „Asia-Food Kette“ in dem Supermarkt Billa ins Leben gerufen.
„Das Convenience-Food hat sich so gut entwickelt, dass wir mit der Linie „DOTS Cooking“ österreichweit bei SPAR vertreten sind. Wir sind sehr zufrieden mit der Nachfrage nach frischen, gesunden und leichten Gerichten. Diesen Bereich werden wir weiter ausbauen.“

VIE I PEE  & Pratersauna

2015 hat er außerdem den Hip-Hop Club „VIE I PEE“ in der Nähe des Wiener Praters eröffnete. Im Jahre darauf übernahm er die angrenzende „Pratersauna“ und lies sie neu renovieren. „Die Pratersauna ist ein Stück Wiener Club- und Kulturgeschichte. Ich hatte schon den Club VIE i PEE in der direkten Nachbarschaft. Da war es naheliegend, die Synergien zu nutzen und der Pratersauna neues Leben einzuhauchen. Sie wird weiter ein Platz für Intellektuelle, Freigeister und Kreative bleiben und nicht von ihrem musikalischen Konzept abweichen. Es ist aber sehr spannend, die historische Bausubstanz sanft zu revitalisieren und die Gastronomie auf ein Level zu heben, von dem sich auch eingefleischte Sauna-Fans positiv überrascht zeigen.“, schwärmt Martin Ho.

Seine Vielseitigkeit beweist Martin Ho unter anderem, indem er mit seine Projekten, die „Blue Heart Campain“ im Kampf gegen Menschenhandel unterstützt. Wir wollen wissen, was ihn dazu bewegt hat. „Ich bin selbst im Alter von zwei Jahren aus dem Vietnam nach Österreich gekommen. Daher weiß ich, was es bedeutet, in ein anderes Land zu emigrieren. Die Blue Heart Campaign gab es schon vor der Katastrophe im Mittelmeer. Aber gerade das Unwesen der Schlepper, die tausende Tote verantworten, zeigt, wie wichtig es ist, hier ein Zeichen zu setzen, Bewusstsein zu schaffen und weitere Tragödien zu verhindern.“
Wir sind der Meinung, dass man von so einem jungen und vor allem erfolgreichen Unternehmer wie Martin Ho noch sehr viel lernen kann, deshalb fragen wir ihn nach Tipps, die er jungen Start-up Unternehmen raten würde.
„Macht eine gute Ausbildung, holt Euch verlässliche Sparring-Partner, vertraut kompetenten Beratern und rechnet gut. Lasst Euch trotzdem nicht von Eurem Wahnsinn, abbringen, wenn Ihr wirklich von einer Idee überzeugt seid und gebt Alles, um sie umzusetzen. Scheitern gehört dazu; lasst Euch nicht entmutigen, sondern lernt aus Fehlern.“
Seine Geschichte macht wirklich Lust nun endlich mal die Ausreden sein zu lassen und seinen eigenen Traum zu verwirklichen, um es mit Astrid Lindgrens Worten zu sagen: „Lass dich nicht unterkriegen. Sei wild, frech und wunderbar.“

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Fotocredits: Martin HO

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