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NENI- Der Ferne Osten ist nirgendwo so nah wie am Wiener Naschmarkt

Wien (Culinarius) – Selbstgemachter Frischkäse mit wildem Thymian und Sesam,  Bruschetta mit gegrillten Zucchini, griechisches Joghurt mit Goji Beeren und kandierten Nüssen – alles lädt zum Teilen und Verweilen ein, inmitten des turbulenten Treibens am Wiener Naschmarkt, umgeben von orientalischen Düften, eingehüllt in eine ganz besondere Gastfreundschaft – NENI´s eben!

 

Die Rezepte sind Erinnerungen der Familie an ihre Reisen, in Gewürze destilliert: Mezze mit Artischocken, Melanzani, Fenchel, Humus unterschiedlicher Zubereitung, Spinat, Schafskäse, Falafel, Salate mit NENI´s Pita Brot – Köstlichkeiten des Orients werden aufgetischt. Hühnerfleisch mit frischen Kräutern und orientalischen Gewürzen, Lamm- und Rinsfaschiertes sowie – kebap erfreuen den Gaumen von Anhängern fleischlicher Genüsse, vegetarische Burger sowie Loup de Mer komplettieren die kulinarischen Highlights. Abgerundet wird das Angebot durch warmen Schokokuchen, den very best N.Y. Cheese Cake oder einen traditionellen Kadaif – eine schwierige Entscheidung ist zu treffen!

Doch nun zu den Betreibern dieses wundervollen Ortes! Mit welcher Motivation geht man hier ans Werk?  Lassen Sie uns kurz ausholen:

Jeder hat den einen großen Traum. Wir reden jetzt nicht von irgendwelchen banalen Wünschen, sondern von der einen Sehnsucht, die vor unserem geistigen Auge erscheint, sobald wir die Augen schließen und zur Ruhe kommen. Der Traum, der uns immer weitermachen lässt, für den wir so hart arbeiten und alle noch so große Niederlagen wegstecken.  Doch nur die wenigsten von uns schaffen es, diesen auch wirklich in die Realität umzusetzen. Erreichen sie ihr Ziel nicht, wählen sie – oft unzufrieden mit sich selbst –  den weniger steilen Weg. Oder sie haben ganz einfach Glück – sie sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Die Familie Molcho besitzt von all den oben genannten Gaben ein überdurchschnittliches Maß. Man kann sie schon fast als wahre Lebenskünstler bezeichnen. Wir haben Haya und ihren Sohn Nuriel Molcho zum Interview in ihrem „Baby“ am Naschmarkt getroffen.

Es herrscht von Anfang an eine unglaubliche Herzlichkeit. Schon als wir den Raum betreten, liegt etwas in der Luft, das man nur schwer in Worte fassen kann. Haya Molcho begrüßt uns lächelnd, sie vermittelt einem das Gefühl, als hätte sie nur darauf gewartet, dass wir endlich kommen. Neben ihr sitzt ihr ältester Sohn Nuriel mit blauen Augen von unglaublicher Intensität.

NENI- ist der ausgefallene und sehr einprägsame Name etwa reine Werbestrategie? Was bedeutet er eigentlich? „NENI steht für die Anfangsbuchstaben meiner vier Söhne. Nuriel wollte mit 18 unbedingt ein Tattoo, er kam mit der Idee zu mir, sich die Anfangsbuchstaben der vier Brüder tätowieren zu lassen. Das war für mich einer der sentimentalsten Momente überhaupt – er wollte seine Brüder immer bei sich tragen. Nach und nach haben sich die anderen Söhne dann auch NENI in hebräischen Buchstaben in die Haut stechen lassen“. Während Haya erzählt,  lächelt sie Nuriel liebevoll von der Seite an.

Es wurde kaum über die Gründung eines Restaurants mehr berichtet als über das der Molchos. Sie sind komplette Quereinsteiger auf ihrem Gebiet – von einem Marktstand zu einem ganzen Imperium. Doch was ist ihr Erfolgsrezept? „Es waren meistens ganz einfach Zufälle“, erzählt Nuriel, der für die PR im Neni zuständig ist. „Wir waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Angefangen hat alles mit einem Stand am Naschmarkt, heute besitzen sie alleine in Wien das NENI und das Tel Aviv, ein Lokal in Zürich, eines in Hamburg und eines in Berlin. „Jedes ist anders, je nach Vorlieben der Menschen servieren wir z.B. am Hamburger Hafen frischen Fisch. Unsere Klassiker wie Humus usw. sind natürlich überall die gleichen. Die Lokale ähneln einander und sind  doch komplett unterschiedlich: Das NENI in Berlin liegt im zehnten Stock, man kann über ganz Berlin sehen und es ist cool und hip. Beim Tel Aviv sitzt du direkt am Wasser. Ich glaube, dieses unterschiedliche Flair und die Tatsache, dass jedes Lokal seinen ganz eigenen Charme hat, macht das NENI zu so etwas Besonderem!“, lächelt Nuriel.

Doch wer denkt, dass sich die Molchos mit dem Betreiben ihrer Lokale zufrieden geben, der irrt sich gewaltig. „Spar hat uns eines Tages angeschrieben, ob wir nicht an einer Kooperation mit ihnen interessiert wären. Wir haben uns natürlich sofort zusammengesetzt und ein Brainstorming durchgeführt. Als wir uns dann mit dem Team von Spar getroffen haben, hatten die jedoch ein ganz anderes Konzept im Kopf. Sie wollten einen „Shop im Shop“ eröffnen. Sie waren jedoch so begeistert von unserer Idee, dass wir uns sofort einigen konnten. Daraufhin haben wir viele Freunde eingeladen und die ganze Nacht hindurch Humus in der Babenbergerpassage produziert – was da anfangs alles schief ging!“, erzählt uns Nuriel lachend. Mittlerweile beliefert NENI 14.000 Filialen von Spar.

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, hat Haya nebenbei noch vier Kochbücher geschrieben, Nuriel widmet sich der Fotographie, Elior betätigte sich als DJ und Nadiv ist Regisseur und Schauspieler geworden – jeder ist mit dem momentanen Stand seiner Interessen in die Firma eingebunden.

Das NENI bietet außerdem noch eine Kochschule an, bei der man den Lifestyle „Love it. Cook it. Eat it. Share it.“ wirklich hautnah erleben kann.

Haya erzählt uns mit leuchtenden Augen von Israel, einem Ort, an dem so viele verschiedene Kulturen und Nationen zusammenleben wie fast nirgendwo sonst. Sie ist der Meinung, dass man auch aktuelle kulturelle Veränderungen wie z.B. die Flüchtlingskrise nutzen kann, um verschiedene Kulturen kennen zu lernen. Man müsse nur für alles offen sein und dürfe niemandem mit Angst begegnen.

Auch im NENI ist der Fokus eindeutig auf das Miteinander gerichtet. „Wenn wir essen gehen, bestellt jeder etwas anderes und nachher teilen wir alles! Das NENI prägt genau die gleiche Philosophie, es gibt kleine Portionen, die man zusammen genießen soll. „In Österreich ist leider der Futterneid etwas ausgeprägter, doch die Gäste nehmen unsere Philosophie sehr gut auf!“, scherzt Nuriel.

Das Wort „Balagan“ steht für sympathisches Chaos, es ist eines der stärksten Wörter im Israelischen und genau so beschreibt sich Haya Molcho. Denn hinter der knallharten Businessfrau steckt auch eine kleine Chaotin, wie sie uns  augenzwinkernd verrät.

Doch woher beziehen die Molchos ihre intensive, auch andere  ansteckende  Lebensenergie?

„Mein Vater Samy Molcho – der berühmte Pantomime – hat uns immer gesagt, dass die Arbeit 80 Prozent unseres Lebens ausmachen wird, deshalb sollen wir etwas suchen, für das wir voll und ganz brennen und in das wir unsere ganze Leidenschaft stecken können! Er ist mein allergrößtes Vorbild “, erzählt Nuriel. „Wir  haben einfach das  Glück gehabt, unser Lebensziel verwirklichen zu können, und verlieben uns jeden Tag mehr in unsere Arbeit.“

 

In diesem Moment spüre ich, wie eine Gänsehaut über meinen Rücken läuft. Man merkt schnell, hier bekommt man nichts vorgespielt – diese Aussagen sind authentisch. Mein Blick schweift über die vollbesetzten Tische, über das rege Treiben am Markt und erhascht schließlich noch einen Blick, den sich Mutter und Sohn zuwerfen. „Life is beautiful“, schwirrt mir durch den Kopf.

 

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Fotocredits: Katharina Sosulski

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